cyanotypien
Durch die Herkunft der Cyanotypie aus der Frühzeit der Fotografie wohnt ihrem Belichtungsprozess eine Einfachheit und Langsamkeit inne, die unserer heutigen Zeit oft verloren gegangen ist.
Ich als Kind dieser Zeit und meiner Eltern, die als Kinder den 2. Weltkrieg erlebten, fühle stattdessen innere Unruhe und Getriebenheit. Ob es eine Erklärung ist oder nicht, die 10 – 15 Minuten Belichtungszeit, die eine Cyanotypie braucht, haben in mir den Wunsch erweckt, während dieser Zeit noch etwas zu tun.
So entstanden diese Bilder durch spontane Veränderungen von Materialien und Objekten während der Belichtung direkt auf dem Papier.
Im Spiel von Licht und Schatten suche ich dort Spuren von Ort, Material und Prozess einzufangen. Da für diese Technik Sonne und Wasser notwendige Komponenten sind, arbeite ich oft im Naturraum von Teichen, Seen, Flüssen oder dem Meer und z. T. quer durch Europa sowie gern mit dem, was ich am Platz vorfinde. Durch Veränderungen während der Belichtungszeit geschieht eine Komposition in Echtzeit, deren Verlauf viele der Arbeiten abbilden. Konzeptuelles und spontanes Agieren geben sich hier auf immer wieder überraschende Weise die Hände.